Gelungene Mischung aus Wissenschaft und Praxis auf der 2. gemeinsamen Tagung in München

 

30. November 2015: Die 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und der DGR²Z vom 12. - 14. November 2015 in München war für rund 600 Teilnehmer eine gelungene Mischung aus Wissenschaft und Praxis.

 

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Rückblick zum Kongress

 

Vor zwei Jahren tagte die DGZ erstmals gemeinsam mit der DGET, der DGPZM und der DGR²Z. Mit diesem erfolgreichen Konzept ging sie 2015 erneut an den Start. Im Mittelpunkt standen Hauptvorträge der DGZ und der DGET sowie weitere Podien mit Vortragsblocks der DGPZM und der DGR²Z.

Tagungsort für diese zweite Gemeinschaftstagung war das Hotel The Westin Grand München, wo vom 12. - 14. November 2015 fast 600 Teilnehmer von einem vielseitigem wissenschaftlichen Programm und nationalen und internationelen Referenten angelockt wurden. Dabei umfasste das Angebot neben Hauptvorträgen auch praxisnahe Workshops und Symposien.

Unter dem Motto "Endo united: Endodontie - ein interdiziplinärer Ansatz" lag ein Schwerpunkt auf Fragestellungen der Endodontologie sowie der Prävention und Kariesdiagnostik und -Therapie. Darüber hinaus wurde ein umfassendes Programm aus Kurzvorträgen und Postern angeboten.
 

Wissenschaftliches Hauptprogramm
Der Hauptkongress startete am Freitag mit den Grußworten des Präsidenten der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Christian Berger. Im Anschluss eröffneten Prof. Schäfer (Präsident der DGZ) und Prof. Gernhardt (Präsident der DGET) die Tagung und die Hauptvorträge der DGZ und DGET.

 

 

Im ersten Hauptvortragsblock standen endodontologische Fragestellungen, insbesondere die Betrachtung von Resorptionen im Mittelpunkt. Prof. Dr. Paul Lambrechts (Leuven/BE) und Prof. Dr. Gabries Krastl (Würzburg) gaben dabei interessante Einblicke in de Ätiologie externer Resorpionen sowie in die Diagnostik und Therapie infektionsbedingter Resorptionen. Verschiedene biokeramische Materialen stellte Dr. Adrián Lozano (Valencia/ES) vor und verglich diese mit dem bekanntesten bioaktiven Material MTA. 

Die zweite Session stand unter dem Zeichen der Kariesprävention und -Therapie. Dabei verwies Prof. Dr. Elmar Hellwig (Freiburg im Breisgau) auf die nach wie vor wichtige Bedeutung von Flouriden beim Schutz vor Karies, hob aber auch weitere wirksame Strategien zur Kariesprävention, etwa das Stillen, hervor.  Dass oft zu früh invasiv therapiert wird machte Prof. Dr. Rainer Haak (Leipzig) in seinem Vortrag deutlich und setzte auf verschiedene Monitoringverfahren, um die Therapieschwellen variabel zu halten. Dem Spannungsfeld von Kariesdiagnostik und Restauration widmete sich Prof. Dr. Wolfgang Buchalla (Regensburg) und gab wertvolle Hinweise für mehr Sicherheit bei der Kariesexkavation.

Mit dem Vortrag Dr. Luc van der Sluis (Groningen/NL) über den aktuellen Wissenstand der desinfizierenden Wirkung von Wurzelkanalspülungen endete der erste Kongresstag wieder mit einem endodontologischen Thema.

Einen Überblick zum Thema "Spülzwischenfall" gab Prof. Dr. Franklin Tay (Augusta/GA/US) zum Auftakt des wissenschaftlichen Hauptprogramms am Samstag. Anschließend zeigte Dr. Christine M. Sedgley (Portland/OR/US) einen breit angelegten Abriss zur Entstehung, Struktur und der Bekämpfung von Biofilmen in der Endodontie.

Am Nachmittag kamen mit Dr. Holm Reuver (Neustadt) und Dr. Dr. Frank Sanner (Frankfurt am Main) zwei niedergelassene Kollegen zu Wort. Während Reuver anhand beeindruckender Bilder transparentgemachter Zähne Wurzelkanaltopografie zum Anfassen präsentierte, widmente sich Sanner dem Thema atypische Zahnschmerzen und zeigte, dass es für betroffene Patienten oft nach einen jahrelangen Leidensweg erst zu einer passenden Diagnosestellung kommt.

Den Abschluss machten Prof. Dr. Michael Hülsmann (Göttingen) und Prof. Dr. Edgar Schäfer mit Empfehlungen zur Wurzelkanalbehandlung bei Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen anhand von Fallberichten. Beide sprachen sich für eine single shot Antibiose vor Behandlung aus, wenn Patienten im selben Kieferabschnitt bestrahlt wurden oder Bisphosphonate einnehmen.

 

 

Vorträge der DGPZM und der DGR²Z
In einem zweiten Podium wurden in Vortragsblocks der DGPZM und der DGR²Z Fragestellungen zum Biofilmmanagement und zu Hartgewebsdefekten aufgegriffen. Prof. Dr. Ali Al-Ahmad (Freiburg im Breisgau) hatte in seinem Vortrag den supragingivalen Biofilm im Fokus und gab Hinweise zur Bildung, Zusammensetzung und Pathogenität. Prof. Dr. Nadine Schlüter (Freiburg im Breisgau) knüpfte unmittelbar an diese Ausführungen an und zeigte die chemische Modifiktion des supragingivalen Biofilms auf.

Der Vortragsblock der DGPZM und der DGR²Z zum Thema "Innovationen für die Versorgung von Hartgewebsdefekten" hatte zunächst regenerative Aspekte im Auge. Prof. Dr. Matthias Hannig (Homburg/Saar) beleuchtete hierzu das Thema Schmelzregeneration und fragte, ob diese Verfahren bereits reif für die Praxis sind. Prof. Dr. Carolina Ganß (Gießen) widmente sich dagegen der Hybridisierung nicht kariöser Dentinläsionen. Mit der Fragestellung von Prof. Dr. Markus Altenburger (Freiburg im Breisgau) zum Thema "Kariesinfiltration - eine etablierte Methode in der Kariesprävention?" endete der Vortragsblock. 

Workshops und Symposien
Bereits am Donnerstag startete der Kongress mit Workshops zu endodontologischen Themen. Nationale und internationale Referenten, wie Prof. Martin Trope (Philadelphia/USA), gaben den Teilnehmern Gelegenheit, sich verschiedene Herstellerkonzepte genauer anzusehen und zu testen.

Parallel zum Hauptpodium fanden darüber hinaus am Freitag und Samstag Symposien statt, in denen unter anderem Fragestellungen zur Prävention und Kariesdiagnostik betrachtet wurden. Im Oral-B-Symposium drehte sich alles um das Thema "Schmerzempfindliche Zähne - lästige Überempfindlichkeit oder ernst zu nehmendes Problem?". Dabei wurden verschiedene Maßnahmen wie die Fluoridierung oder Zahncreme mit Arginin und Kalziumkarbonat ebenso besprochen wie das Verblocken der Dentinkanälchen durch Denaturierung von Kollagen mit Glutaraldehyd oder Laser. Im anschließenden, von CP GABA unterstützten DGPZM-Symposium standen mit dem Thema "Effekte mechanischer Plaquekontrolle auf orale Gewebe - Folgen unsachgemäßer Zahnreinigung" Fragen der mechanischen Mundhygiene auf dem Programm.

Kariesdiagnostik und -Therapie war hingegen im DMG-Symposium ein Schwerpunkt der Betrachtungen. Dabei wurden nicht nur aktuelle Therapiekonzepte beleuchtet, sondern auch andere, in der Praxis wichtige Fragestellungen, wie die Kosteneffektivität von Kariesdetektionen oder die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient im Rahmen partizipativer Therapieentscheidungen. Das Wrigley-Symposium widmente sich schließlich der "Praxis häuslicher Mundhygiene - Wunschvorstellungen - Realitäten - Chancen". Dabei standen Putztechniken ebenso zur Diskussion wie die die Wirksamkeit von Zahnpasten auf Calciumphosphat-Basis sowie die immer noch eine unterschätzte Prophylaxemaßnahme durch zuckerfreie Kaugimmis.
 

Kurzvorträge und Poster
Mit 38 Kurzvorträgen und 22 Posterpräsentationen konnte das Kongressprogramm beeindruckend abgerundet werden. Junge Wissenschaftler konnten hier die ihre Studien präsentieren und dabei einen interessanten Überblick zum aktuellen Forschungsstand der für die Zahnerhaltung relevanten Bereiche geben. Aber auch niedergelassene Kolleginnen und Kollegen hatten im Forum "Aus der Praxis für die Praxis" die Gelegenheit, im Rahmen von Fallpräsentationen Themen aus der Praxis einzubringen.