Kinderzahnheilkunde meets Zahnerhaltung: eine erfolgreiche Gemeinschaftstagung mit breitem Themenspektrum

 

Vom 27. bis 29. September 2018 erlebten die Kongressteilnehmer in den Westfalenhallen Dortmund ein interdisziplinäres Programm mit internationaler Referenten-Besetzung.

„Kinderzahnheilkunde meets Zahnerhaltung – Endodontie und Traumatologie interdisziplinär“ – unter diesem Motto stand die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) mit der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und der Deutschen Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR²Z) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) und der Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB). Das abwechslungsreiche Programm lockte über 450 Fachbesucher zu der dreitägigen Veranstaltung in das Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund.
 

 

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Pressemitteilung im Pressebereich
Endodontische Fragestellungen der 1. und 2. Dentition bestimmten das wissenschaftliche Hauptprogramm des ersten Kongresstags. Hier lag ein Schwerpunkt auf der Betrachtung von Pulpaamputationen und restaurativen Optionen nach endodontischen Maßnahmen. Dabei konnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Behandlung von Milchzähnen und bleibenden Zähnen herausgearbeitet und wichtige Hilfestellungen für die Praxis gegeben werden. Einen Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten durch regenerative Endodontie im Hinblick auf neue Entwicklungen, aber auch mit Blick auf klinische Empfehlungen rundeten das endodontische Programm ab. 

      Bild 1: Gut besuchte Hauptvorträge im Goldsaal des Kongress-
      zentrums der Westfallenhallen Dortmund // Foto: DGZ
Der zweite Kongresstag stand ganz im Zeichen der Traumatologie. Nach der Art der Verletzungsmuster wurden für das bleibende Gebiss sowohl Luxationsverletzungen als auch Dento-alveoläre Verletzungen diskutiert. Bei der ersten Dentition lag nach einem Überblick über die möglichen Traumata ein Schwerpunkt auf den Ursachen sowie auf den Erstmaßnahmen, die häufig durch verstörte Kinder und gestresste Eltern erschwert werden. Die Betrachtung von aktuellen Therapiekonzepten erstreckte sich von Notfallmaßnahmen über die Möglichkeiten der Restauration tief zerstörter Zähne nach Traumata bis hin zu Langzeit-Beobachtungen zu Komplikationen nach dentalem Trauma.
 

Bild 2: Dr. Richard Steffen (Zürich, CH) bei seinem Vortrag zur Pulpaamputation // Foto: DGZ 

 

 

 

 

 

 

 

 
      
       Bild 3: PD Dr. Kerstin Bitter (Berlin) bei ihrem Vortrag zu Restaurativen
       Optionen nachendodontischer Behandlung // Foto: DGZ

Das Themenspektrum des Gesamtkongresses wurde durch die Angebote der beteiligten Fachgesellschaften erweitert und bereichert. Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf standen im Programm der AG ZMB, die diese Patientengruppe speziell vertritt, aber auch im Symposium der DGPZM im Vordergrund. Während die AG ZMB sich um die Besonderheiten bei der Behandlung von Menschen mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum kümmerte, hatte die DGPZM die zahnärztliche Betreuung von Senioren und Pflegebedürftigen im Blick. Besonders bei Patienten, die nicht mehr mobil sind, konnten Konzepte für den Zugang zur häuslichen und stationären Pflege eindrucksvoll aufgezeigt werden. Eine Orientierung über die Vielzahl von Adhäsivsystemen und Füllungsmaterialien und deren Verarbeitung sowie der neuste Stand bei der Therapie von Caries profunda wurde im Symposium der DGR²Z vermittelt.

 

Bild 4: Prof. Dr. Rainer Haak (Leipzig) bei seinem Vortrag im DGPZM-Symposium zum Thema Adhäsivsysteme universell oder individuell für bleibende und Milchzähne // Foto: DGZ

 

 

 

 

 

 

 

 
  Bild 5: Prof. Dr. Gabriel Krastl (Würzburg) bei seinem Vortrag zur
  Restauration tief zerstörter Zähne nach Trauma // Foto: DGZ

Dem Hauptkongress vorgeschaltet waren der 3. DGZ-Tag der Wissenschaft/Universitäten mit Impulsvorträgen zu materialwissenschaftlichen Themen und Kurzvorträgen zur Grundlagenforschung der Zahnerhaltung sowie das DGKiZ-Seminar, bei dem mit der Molaren-Inzisiven Hypomineralisation (MIH) ein aktuell intensiv diskutiertes Thema aufgegriffen wurde.

Die attraktive Verbindung der Zahnerhaltung und der Kinderzahnheilkunde, das vielfältige Themenangebot und die angenehme Atmosphäre am Kongress stießen auf äußerst positive Resonanz – ein Anreiz für alle Beteiligten, auch künftig interdisziplinäre Konzepte anzustreben.

 

Die nächste DGZ-Jahrestagung findet im Rahmen der ConsEuro vom 13. – 15. Juni 2019 in Berlin statt. Die Einreichungsfrist für Beiträge endet am 1. Februar 2019. Erstmals außerhalb von Deutschland ist die kommende DGKiZ-Jahrestagung geplant: Sie findet vom 26. – 28. September 2019 in Wien statt. Die AG ZMB tagt im nächsten Jahr vom 14. – 15. November 2019 in Erfurt. Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf den Homepages der Fachgesellschaften unter www.dgz-online.de, www.dgkiz.de und www.agzmb.de.

 

 

 

 

 

 

 

 

     
     
     
      Bild 6:
Die wissenschaftliche Leitung des Kongresses. V.l.: Prof. Dr.
      Andreas Schulte (Witten), Prof. Dr. Norbert Krämer (Gießen), Prof. Dr.
      Matthias Hannig (Homburg/Saar) // Foto: DGZ